TRACE-CHECK Release 2022.1

Highlights auf einen Blick

Initiale ROS2-Anbindung zur Aufzeichnung und Analyse von rosbag-Dateien

Im ADAS/AD-Bereich kommen in der Entwicklung sensorbasierter Fahrerassistenzsysteme zunehmend digitale Zwillinge zum Einsatz. Diese virtuellen Abbilder physischer Systeme können mithilfe von ROS (Robot Operating System) als Co-Simulationsplattformen oder auch als virtuelle Umgebungen für ein Testobjekt (Device Under Test) aufgebaut werden.

Im Anschluss lassen sich damit auf Basis unterschiedlicher Szenarien verschiedene Simulationen ausführen, um die zu testende (Sensor-)Software bereits frühzeitig im Entwicklungsprozess zu testen.

Zur Prüfung der Software muss die Kommunikation im ROS-Netzwerk analysiert werden. Die manuelle Auswertung dieser ROS-Nachrichten ist jedoch sehr aufwendig.

Aus diesem Grund wurde eine ROS2-Anbindung an ECU-TEST geschaffen. Damit lassen sich Systeme auf Basis von ROS2 Foxy Fitzroy automatisieren.

Über diese Schnittstelle ist es ECU-TEST möglich, sogenannte ROS-Topics (aus rosbag-Dateien) aufzuzeichnen und zu analysieren. Zudem kann auf diese Weise auch das ROS-System selbst tiefgründig und automatisiert getestet werden.

Neuer Triggermodus: Bereich durch Event und Zeitversatz definieren

Im Release 2022.1 wurde ein neuer Triggermodus eingeführt:

  • mit Zeitversatz wenn Starttrigger erfüllt (with time offset if start trigger is fulfilled)

Damit können zeitlich definierte Triggerbereiche erzeugt werden, die sich um ein Starttrigger-Event aufspannen.

Beispiel:

  • Starttrigger: Edge(Signal, 0, 1)
  • Start-Offset: -2s (Beginn des Triggers)
  • Stop-Offset: 5s (Ende des Triggers)

TRACE-CHECK Neuerungen 2022.1

Der Triggerbereich in diesem Beispiel wird 2 Sekunden vor einer 0-1-Flanke geöffnet und 5 Sekunden danach beendet. Daher ist es mit diesem neuen Modus möglich, dass sich weitere Triggerbereiche des gleichen Triggerblocks überlappen.

Gekürzte Triggerbereiche am Anfang und Ende des Traces oder des übergeordneten Bereiches können explizit (z.B. mit FAILED) bewertet werden. Die dazugehörige Einstellung befindet sich unter 'Erweiterte Optionen' des Triggerblocks.

Export strukturierter Signale in MDF4-Datei

Strukturierte Signale aus der Analyse von servicebasierter Kommunikation oder OSI lassen sich mit dem Traceschritt 'Signalaufnahme' in eine MDF4-Datei exportieren.

Dies ermöglicht beispielsweise die Verarbeitung strukturierter Signaldaten in Voranalysen und auch die Bereitstellung für nachgelagerte Analysen in Analysepackages.

AutoSPY - Verbesserungen bei der Signalidentifikation

TRACE-CHECK Neuerungen 2022.1

Im interaktiven Signalbetrachter AutoSPY ist es nun deutlich einfacher, die korrekten Signale zu identifizieren:

  • Die Unterstützung von Zahl-zu-Text-Zuordnungen (Enumerationen von z.B. Statussignalen auf einem Bus) erleichtert neben der Signalidentifikation auch die Interpretation der Signalwerte. Der zugehörige numerische Rohwert lässt sich weiterhin anzeigen.
  • Beim Öffnen des AutoSPY Viewers aus einem statischen Plot des TRF-Reports werden Signalfarbe und Linienstil schon seit mehreren Releases übernommen. Ab ECU-TEST 2022.1 werden die Signalkurven ebenfalls automatisch formatiert, wenn eine astrace-Datei direkt mit dem Viewer geöffnet wird.
  • Mit F11 lassen sich alle Andockfenster minimieren. So steht mit einem Tastendruck mehr Platz zur Verfügung. Mit Shift + F11 werden alle minimierten Toolboxen wieder hergestellt.

Außerdem wurde der Maus-Zoom (Z) verbessert:

  • Linksklick: Vergrößerung des Zeitbereichs
  • Shift + Linksklick: Vergrößerung des Wertebereichs
  • Shift + Ctrl + Linksklick: Vergrößerung des Zeit- und Wertebereichs
  • Rechtsklick: bewirkt jeweils die entsprechende Verkleinerung
  • Gedrückthalten der linken Maustaste: Aufziehen eines Zoomfensters, das neuen sichtbaren Zeit- und Wertebereich festlegt

TRACE-CHECK Neuerungen 2022.1

Offline-Filterung von PCAP-Traces

TRACE-CHECK Neuerungen 2022.1

Im Online-Fall nutzt ECU-TEST bereits seit dem Release 2021.4 einen effizienten und intelligenten Filtermechanismus, um mit sehr hohen Datenraten performant umgehen zu können. Hierbei werden für den Testfall und die Analyse nicht relevante Anteile der servicebasierten Kommunikation im Rahmen einer Anlernphase erkannt und auf Ebene des Betriebssystems ressourcenoptimiert weggefiltert. So entstehen reduzierte PCAP-Traces, die nur die für den Testfall und die Analyse relevanten Daten enthalten.

In ECU-TEST 2022.1 wird nun auch die Offline-Filterung servicebasierter Kommunikation aus PCAP-Traces unterstützt. Hierbei werden die Traces abseits von ECU-TEST erstellt, z. B. von Loggern. Dies ermöglicht deutliche Performancegewinne bei der Traceanalyse dieser Daten.

Die Länge der Anlernphase kann in den ECU-TEST-Einstellungen im Bereich 'Traceanalyse' konfiguriert werden.

Signalbasierte Trace-Zusammenführung

Die neue signalbasierte Zusammenführung von Traces erzeugt synchronisierte und interpretierte MDF4-Traces auf Basis beliebiger Aufnahmen eines Packages.

Konkret werden mittels der Trace-Zusammenführung alle Signale der verwendeten Signalgruppen, unter Berücksichtigung der jeweiligen Synchronisation, in eine gemeinsame MDF4-Datei übernommen.

Berücksichtigt werden dabei:

  • Signale in den Signalgruppen
  • Signale der speziellen Signalgruppe 'Automatisch zuordnen'
  • Signale der Option 'Alle Testgrößen aufnehmen'
  • Signale aus Analysepackages

TRACE-CHECK Neuerungen 2022.1

Im Gegensatz zu botschaftsbasierten Originalformaten (wie z.B. ASC oder BLF), können die interpretierten Signaldaten auch ohne die zugehörigen Datenbasen (wie Bus- oder Servicebeschreibungen) weiterverwendet werden. Insgesamt wird die übergreifende Wiederverwendung von zusammengehörigen Trace-Daten deutlich erleichtert.